-Forschungsprojekt Nr. 11358N

Kalibrierung von Hochspannungsmeßeinrichtungen

Wissenschaftliche Problemstellung

Die Europanormen für Qualitätsmanagementsysteme (EN 29000 Reihe) oder für akkreditierte Prüflaboratorien (EN 45000 Reihe) fordern die Rückführung der in den Prüflaboratorien eingesetzten Meßmittel auf nationale Meßnormale, die in Deutschland von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) betreut werden. Für Hochspannungsmeßeinrichtungen sind die Verfahren der Rückführung und die hierbei zulässigen Meßunsicherheiten in der EN 60060-2 festgelegt. Die Norm empfiehlt die Referenzmethode, d.h. den Vergleich des zu kalibrierenden Meßsystems mit einem auf das nationale Meßnormal rückgeführten Referenz-Meßsystem.

Die bisher von der FGH als Kalibrierlabor des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) durchgeführten Kalibrierungen haben aufgezeigt, daß bei Blitzstoßspannungen eine gegenseitige Beeinflussung der beiden Hochspannungsmeßsysteme durch kapazitive oder induktive Kopplung oder durch Mantelströme in den Kabelverbindungen zwischen Teiler und Meßgerät auftreten könnte, die insbesondere die Meßgenauigkeit des Referenz-Meßsystems beeinträchtigt.

Forschungsziel und Lösungsweg

Das Ziel des Vorhabens ist, Richtlinien für den Aufbau der beiden, in der Referenzmethode verwendeten Hochspannungsteiler und für die Behandlung der Meßkabelschirme zu erstellen. Hierzu werden Vergleichsmessungen mit einer Blitzstoßspannung durchgeführt, deren Amplitude über einen speziell zu erstellenden Meßteiler konstant gehalten wird. Als Referenzmeßsystem dient das bei der FGH vorhandene System, die zu kalibrierenden Meßsysteme werden in ihrer Impedanz und in ihrer geometrischen Anordnung variiert. Die Erdungssysteme werden entsprechend den in der Praxis vorkommenden Varianten verändert.

Projektleiter

Dr.-Ing. Karl-Heinz Weck Telefon 0621/80 47 200