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Zustandsschätzung

Die Zustandschätzung (engl.: state estimation) wird eingesetzt, um aus redundanten Messwerten unter Berücksichtigung der Topologie den wahrscheinlichsten Zustand des Netzes zu ermitteln. Früher wurde die Zustandsschätzung meist in Leitsystemen eingesetzt. Mittlerweile gewinnt die Zustandsschätzung auch bei Planungsfragen an Bedeutung, um Ersatzelemente bei Veränderungen im internen Netzbereich sinnvoll einzustellen oder nach dem Zusammenfügen verschiedener Teilnetze einen konsistenten Lastfluss zu erzeugen.

In INTEGRAL können an allen Knoten Spannungsmesswerte und an allen Zweigen Strom- und Leistungsmesswerte vorgegeben werden.

Beobachtbarkeitskontrolle

Vor der eigentlichen Berechnung wird eine Beobachtbarkeitskontrolle separat für Wirk- und Blindleistungsflüsse durchgeführt, um den Zusammenhang der Messtopologie zu überprüfen. Ist die Messtopologie nicht zusammenhängend, wird sie mit Hilfe von Pseudomessungen geschlossen. Durch dieses Eingriff in die Messtopologie sind zunächst alle Estimationsprobleme grundsätzlich lösbar.

Behandlung von passiven Knoten

An passiven Knoten (Knoten ohne Verbraucher und Einspeisungen mit Leistungsvorgaben) werden hochgenaue Pseudoflussmessungen eingeführt. Die Knotenbilanz an diesen Knoten wird durch Korrektur der Knotenspannung exakt auf null eingestellt. Eventuell vorhandene Querfilter, Kompensationsdrosseln oder Sternpunktbildner können an diesen Knoten weiterhin berücksichtigt werden, da es sich bei diesen Querzweigen um konstante Impedanzen handelt.

Grob falsche Messwerte

Grob falsche Messwerte ergeben sich aus Messfehlern, die über die unvermeidlichen kleinen Fehler aufgrund begrenzter Messgenauigkeiten hinausgehen. Sie können durch Defekte im Messgerät oder in den Übertragungseinrichtungen verursacht werden, wie z.B. die Übertragung eines falschen Vorzeichens oder die fälschliche Übertragung des Wertes null, wenn eine Messeinrichtung ausgefallen ist.

In INTEGRAL werden während der Estimations-Iterationen die Abweichungen zwischen Messwerten und estimierten Werten überwacht. Übersteigt bei einem Messwert diese Abweichung die vorgegebene Standardabweichung in unzulässigem Maß, so wird dieser Messwert zunächst als grob falsch deklariert. Der Einfluss dieses Messwertes wird in den folgenden Iterationsschritten durch geringere Wichtung stark verkleinert. Zunächst fälschlicherweise als grob falsch erkannte Messwerte werden in späteren Iterationsschritten wieder voll berücksichtigt.